Blutmysterien des Hexen Pfades


Wir alle stammen von derselben Mutter , der Mutter Erde. Wir können sie die „Weise Frau“ nennen. Wir alle kehren in ihre Umarmung zurück, in ihren blutreichen Bauchhöhlenplatz, wenn wir sterben. Jede Frau ist so betrachtet eine heilige Form der „Weisen Frau“ und kann eine heile Mutter allen Lebens sein, kann aber auch Zerstörerin des Lebens sein. Ihre Macht ist ihr Blut, das fließt, ihr Blut, das Leben ist und Leben gebiert. Das Menstruationsblut sowie das Geburtsblut einer jeden Frau stellt ein gewisses Mysterium dar.

Was sind Blut-Mysterien ?
Warum sind sie so wichtig für das Verständnis der Weisen Frau ? Männer, die einer eher zielorientierten, linearen Struktur unterliegen, können sich wunderbar mit Frauen ergänzen, wenn sie sich mit ihnen in ihren zyklischen Rhythmus einschwingen. Übrigens ist dieses Einschwingen auf natürliche Rhythmen die einzige Möglichkeit sexuelle Erfüllung zu finden.
Der gesamte Rhythmus unterliegt einer Vierteilung Diese Rhythmen entstehen aus einem starken zweigliedrigen Grundtakt:
1. dem Eisprung
2. der Menstruation
Es ist natürlich eine kulturelle Entscheidung, den 'Wert des Eisprungs' und Kindergebärens über den der Menstruation zu stellen bzw. sie herabzuwürdigen, was sich in der Umgangssprache in Schimpfworten verdeutlicht.

Während des Eisprungs kann sich die Frau überlegen, ob sie in den folgenden zehn Kalendermonaten ein Kind austragen will. Den Eisprung in Mittelpunkt stellen, bedeutet aber, die Rolle der Frau verstandesmäßig auf diese Funktion zu beschränken, zu reduzieren. Der Zyklus der Menstruation, Inbegriff des archetypisch Weiblichen - mit dem wir durch unser Blut verbunden sind - spiegeln im Kleinen die makrokosmischen Zyklen der Natur, etwa den rhythmischen Wechsel der Gezeiten oder der Jahreszeiten.
Gleichzeitig ist die zyklische Abfolge von Reifung und Abstoßung des Eies bzw. Schwangerschaft aber auch ein Spiegel des Schöpfungsprozesses, sowohl des unbewussten Schöpfungsprozesses der Natur als auch des bewussten kreativen Prozesses beim Menschen. Wegen dieser Verbindungen zu dem grundlegenden Kreislauf der Natur galt der Menstruationszyklus in vielen alten Kulturen als heilig. Das Geheimnis des Blutes lehrt uns, dass Menstruations- und Geburtsblut besonderes Blut ist, Macht-Blut, Heil-Blut. Das Blut-Mysterium erinnert uns daran, dass Leben (und Heilung) von der Frau kommen und zur Frau zurückkehren, zur Weisen Frau, die blutet aber nicht stirbt.

Das Geheimnis des Blutes ruft die Erinnerung an die immensen Kräfte der Frauen wach. Hier ist soviel Macht enthalten, dass wir sie in großen Schenk-Ritualen und Festen teilen können. Schenken vom „Schoss der Frau“ zurück zum „Schoss der Erde“. Wenn wir in die Erde blutet erneuert sich unsere Macht, erdet sich, während das Blut durch das persönliche Wurzelchakra in die Erde fließt und wenn wir frei und ungehindert in die Erde bluten, erkennen wir uns wieder als Frauen, als Ernährerinnen des Lebens, wir geben heilige Nahrung: Unser Mondblut.

Das Leben ist ein Geheimnis, das sich in Spiralen der Veränderung dreht. In Spiralen, die sich durch die Leere, aus der Leere und in die Leere bewegen; Veränderung, die die Öffnung schafft, durch die wir das Geschenk unserer Ganzheit sehen können. "Schwester, setz dich zu einem Baum und gib dein Mondblut zurück an die Erde, an die Spirale des Lebens. Lass dein Blut rot ins Grün des Grases und ins Braun der Erde fließen.

Setz dich ganz l hin und entspanne dich. Ruhe aus und lass dein Blut die Mutter nähren, die uns nährt. Entspanne dich und lass die Visionen aufsteigen." Die Menstruationszeit ist in der Tradition der Weisen Frau die Zeit der Visionen. Frauen, die auf ihre Visionen achten, finden zur Kraft der Schamaninnen, der Medizinfrauen und der Hexen. Das sind die Kräfte, die Frauen während der Menstruation, in der Menopause und nach der Menopause haben:

        * Einssein mit der Erde als einer nährenden, auf uns reagierenden Wesenheit
        * Kommunikation mit Pflanzen, Tieren und Steinen
        * Wetterzauber
        * Formwandeln
        * Unsichtbar sein
        * Kommunikation mit Feen, Elfen, Drachen, Einhörnern
        * Hellsicht, Vorrauschau
        * Besonders entwickelte Sinne für Geruch, Geschmack, Hören, Sehen, Berührung
        * Heilkraft

Die Tradition der Weisen Frau versteht das Heilen, Heil- und Ganzmachen als Geheimnis des Blutes. Das Blut von Geburt und Tod, das Blut der Nahrung gehören zum natürlichen Wissen der Frau, machen uns weise.
Mond und Menstruation: Seit Jahrhunderten wird die Menstruation im Zusammenhang mit dem Mond gesehen. Schon vor langer Zeit hatten unsere Ahninnen einen Menstruationskalender, sie schrieben dem Menstruationsblut Macht und magische Kräfte zu. Das Menstruationsblut der Frau gilt seit Menschengedenken als heilig und besonders mächtig. Die Zeit der Periode ist für Frauen eine Phase besonders großer energetischer Kraft und intensiver Wahrnehmung des eigenen Selbst. In jenen Tagen ist unsere Verbindung zur Göttin besonders stark. Aus diesem Grunde verbrachten Frauen in vergangenen Jahrhunderten die Zeit der Mondblutung innerhalb einer Gruppe Frauen, die ebenfalls diese Phase und die damit verbundenen Mysterien durchlebten, um sich innerhalb dieses Zusammenschlusses der Ehrung und der Verbindung zur großen Mondin zu widmen. Es galt als heiliger Akt Zauber und Rituale ihr zu Gedenken und für typische Frauenthemen zu zelebrieren.

Der weibliche Ritus des Einsetzens der Menarche gilt noch heute in vielen Kulturkreisen als Erwachen der Frau im Kinde und somit als Übergang zum erwachsenen Dasein. So nahmen und nehmen noch heute die weisen Frauen des Stammes oder der Hexenreligionen die erwachte Frau in ihrem Kreise und ihrer spirituellen Welt auf.
Für Männer war und ist das Mysterium der Menarche schwer zu ergreifen. Verehrung und Furcht prägen gleichermaßen das Bild. Die Tatsache das Frauen die Gabe besitzen Leben schenken zu können stellt/e sie in ein ganz besonders Licht der Wahrnehmung des anderen Geschlechtes. Das Ausbleiben der Periode bei einer Schwangerschaft schuf in den Augen der Männer vergangener Tage den Eindruck, dass die Frau das Mondblut behielt, um aus ihm das neue Leben zu formen. Die Weisheit der alten Frauen wurde ebenfalls in Verbindung mit dem Verstummen der monatlichen Blutungen gebracht.

Die Bezeichnung „Menstruation“ stammt wahrscheinlich vom griechischen Wort „Mene“ für Mond ab und bedeutet frei übersetzt „Mondwechsel“. In vergangenen Tagen, in welchen die Menschen noch keine Zyklus beeinflussenden Mittel wie die Pille kannten und auch Einflüsse wie Stress, Umweltverschmutzung, Schadstoffbelastung, falsche Ernährung usw. nicht so präsent waren wie in der heutigen Zeit, lenkte der Mond das Eintreten der Periode. So bluteten viele Frauen im einfluss des Vollmondlichtes, bevor das elekt. Licht erfunden wurde und sich somit die Mensis der Frauen verschob.
Inzwischen ist dieses alte Wissen beinahe völlig in Vergessenheit geraten. Daher soll hier der Einfluss der verschiedenen Mondphasen auf den Charakter der Menstruation dargestellt werden, wie er in den Mythen unserer Ahninnen gesehen wurde und heute von vielen Hexen wieder gesehen wird, mich eingeschlossen.
Die Menstruationsphasen wurden und werden in den verschiedenen Mondphasen Göttinnen zugeordnet, deren Eigenschaften und Machtbereiche die jeweilige Phase versinnbildlichen und repräsentieren.

Die Neumondmenstruation:
Bei Neumond ist der Mond völlig verdunkelt. Wir sprechen auch vom schwarzen Mond, der viele Geheimnisse in sich birgt. In dieser Zeit kommen uralte Ängste und Gefühle in uns hoch( da die früheren Völker viel auf das Mondlicht angewiesen waren,). Es ist eine Phase der Verarbeitung und des Lösens, was wiederum zum Neubeginn führt.
Die Monatsblutung in dieser Mondphase, trägt die Kraft der Heilung in sich. Die Energie des Bluters fließt von außen nach innern.
Der Mond beginnt einzuatmen, die Erde (unser Bauch) beginnt auszuatmen. Was bei Vollmond entstand, wird bei Neumond gelöst. Das Tier dieser Zeit ist in der Mythologie die Kröte mit ihrem mächtigen Wissen und ihrer unberührbaren, giftigen Lust. Sie ist Symbol für Empfängnis.
Hekate ist die Göttin dieser Phase. Sie ist Hüterin der Weisheiten und Geheimnisse der Erde. Sie ist die Göttin der Hebammen und der Wegkreuzungen, sie ist auch die Alte, die Strafende , die Dunkle. Sie ist die Göttin der Hexen.

Menstruation bei zunehmendem Mond:
Die Phase des zunehmenden Mondes ist die Zeit des Wachstums, der Aufnahme und der positiven Einflüsse. Symbolisch steht diese Zeit auch für die Morgenröte, das Erwachen des Tages. Die Energie des Blutes fließt nach innen. Diese Kraft lässt uns neue Erfahrungen machen. Sie regt uns zum Nachdenken und lernen an. Wir sind während dieser Zeit offen für neue Ideen und positive Impulse aller Art.
Das mythische Symboltier dieser Phase ist der Rabe. Er steht für den Flug der Seele und ist der Vermittler des Wissens. Die Göttin dieser Phase ist Persephone, die den Weg in die Unterwelt mit dem weiblichen Blut einweiht und sich um die toten Seelen kümmert.

Vollmondmenstruation:
Bei Vollmond sehen wir eine kreisrunde, hell erleuchtete Scheibe am Himmel. Etwa zwei Tage lang wird das Mondlicht unsere Nächte erhellen.
Dieses bläulich, weiße Licht wirk faszinierend und mystisch auf uns. In der Phase des Vollmondes spüren wie den Einfluss des Mondes am stärksten. Diese intensiven Impulse lösen in uns positive , wie auch negative Gefühle aus.
Die Vollmondmenstruation bedeutet für uns einen Höhepunkt der Kraft. Es ist die Zeit der Magie und des Feuers. In diesen Nächten sollte man feiern und tanzen und alle Ängste und Zweifel in einen Schrei umwandeln. Körperliche Schmerzen können somit in Lust und Wonne zerfließen.
Wir können lernen , negative Kräfte positiv zu nutzen. In der Vollmondphase fließt die Kraft des Blutes von innen nach außen. Hier bündeln sich alle Kräfte. Das Symboltier ist die bekannte mystische Vogelgestalt Phönix, die aus der Asche emporsteigt und von neuem entsteht. Die Hüterin dieser Phase ist Ishtar, die große Göttin von Babylon, deren Fruchtbarkeit ihrem Volk das Leben schenkte. Sie ist Herrin des Lebens und des Lichtes.

Menstruation bei abnehmendem Mond:
Wir sehen die nach rechts geöffnete Sichel, die Tag um Tag schmaler wird. Es ist die Zeit der freigesetzten Energien, die Zeit, in der auch der Menschliche Körper am meisten Kraft hat. Für die Natur ist diese Phase auch die Vorbereitung für den Neubeginn des Zyklus, der Neumondphase. Der abnehmende Mond setzt in unserem Organismus Kräfte frei, die uns zur körperlichen und geistigen Höchstform bringen. Ohne Zweifel und Ängste können wir jetzt Pläne und Vorhaben ausführen. Der abnehmende Mond und die Menstruation in dieser Zeit stehen für das Abendrot, das Ende des Tages. Die Energie des Blutes fließt nach unten.
Die Bärin ist das Tier dieser Mondphase. Sie steht sinnbildlich auch für die Gebärmutter. Sie symbolisiert eine gewaltige, mütterliche Kraft, die wir uns zunutze machen sollten Die Göttin Demeter, die Wächterin des Lebens auf der Erde, ist Hüterin dieser Zeit.
Sie lässt Pflanzen und Früchte gedeihen und ist die Gesetzgeberin
(Quelle: Frauenmondkalender / Ludwig Verlag)