Der heutige Hexenkult



Hexerei ist heute wie damals eine heidnische (Natur) Religion.
Es ist ein sehr spiritueller Weg und eine Lebenseinstellung welche beides ist, persönlich und individuell. Welcher Weg für welche Hexe der Richtige ist, bleibt ihr selbst überlassen. Es gibt einen männlichen Gott, den Gehörnten. Dieser ist der Herrscher der Wildtiere, um dies zu bekräftigen wird er mit einem (Hirsch) Geweih dargestellt.
Er ist auch die Sonne oder der Sonnengott.. Die Göttin wird, wahrscheinlich wegen der über 2000 Jährigen Unterdrückung, meist bevorzugt. Sie ist die Urmutter von allem. Sie ist der Mond bzw. die Mondin. Nichts ist falsch oder richtig, besser oder schlechter. Der moderne Hexenpfad bietet die Möglichkeit der individuellen Entwicklung und Vorzüge seiner ganz persönlichen Religion. Es ist eine Lebenseinstellung, ein Pfad durch das Leben, welcher von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.
Hexen glauben, dass die göttliche Energie (weibliche und männliche) in Allem enthalten ist, offenkundig oder nicht. Sie zählen sich zu einem Part der einheitlichen Energie und versuchen in diesem Gleichgewicht zu leben.

Es ist diese Mischung aus weiblicher und männlicher Energie (Gott und die Göttin) die das perfekte Ganze kreiert. Alle Göttinnen sind Teil dieser Energie und sind es auch alle Götter. Das ist ein Grund warum Hexen so tolerant sind und Verständnis für alle anderen Kulturen und Religionen haben. Solange diese nicht fanatisch oder zurechtgelegt und falsch ausgenutzt werden.
Wicca- oder der Schamanische Hexenkult ist eine Ur-Religion welche vor der Religion der Christen entstanden ist. Die Naturreligion kennt auch keine Hölle, wie sie bei den Christen beschrieben wird. Es gibt keinen Platz für „das Böse“. Das Leben an sich ist heilig und alle Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen zu ehren und zu achten.

Die meisten Hexen gehen davon aus, dass jeder für sein Leben selber verantwortlich ist. Sie glauben auch, dass wenn man die direkte Energie benutzt um etwas zu erreichen, in seinem eigenen Leben, dazu auch das Recht hat. Hexen kennen und haben nie einen Satan gekannt. Noch haben sie eine ähnliche Figur in ihrer Religion. Satan ist ein Konzept der Christen, und sie haben alle Rechte auf ihm. Sozusagen das Urheberrecht.
Hexen empfinden eine starke Beziehung zu der Natur und zu den Tieren. Denn auch die Natur und die Tiere sind ein Teil des Göttlichen, daher würde eine Hexe niemals ein Tier töten oder misshandeln . Dies würde gegen die Basis-Lebenseinstellung verstoßen, welche für Hexen unter anderem Harmonie, Ausgeglichenheit und Frieden sind. Es besteht kein Bedarf Energien von anderen Lebewesen zu stehlen.

Hexen sind sich ihrer inneren Stärke sicher, welche sie aus ihrer Harmonie und Ausgeglichenheit und ihrem Glauben an das Positive beziehen. Einige Hexen sind Vegetarier, andere wieder nicht. Diejenigen welche Fleisch essen, versuchen eine respektvolle Haltung dem Tier gegenüber zu empfinden, welches zum Verzehr getötet wurde. Es wird darauf geachtet, dass es sich um Fleisch von Tieren handelt welche entweder aus der Natur stammen (Wild) oder zumindest tierfreundlich, gehalten und aufgezogen wurde. Hexen glauben daran, dass wir auf der Erde sind um zu lernen und geistig zu wachsen. Wenn jemand zur Hexe wird, akzeptiert dieser ein Leben des Lernens. Der Lernprozess ist nie zu Ende. Hexen glauben an Wiedergeburt, ja sogar daran, dass man so oft wiederkommt wie es nötig ist um seinen Lernprozess abzuschließen (ähnlich der östlichen Widergeburtstheorien). Hexen glauben an die Existenz vieler Dinge. Hexen sind frei in ihrem Weg und in der Art zu Leben, wenn sie sich an die grundlegenden Fakten halten. Tue was du willst, solange es niemandem schadet.

Viele falsche Geschichten über Hexen entstanden in der Zeit der Hexen Verfolgung und Verbrennungen. Hexerei war ein starker Glaube und die Göttin und der Gott waren respektiert. Allerdings grassierte auch der Aberglauben, die Leute lebten ständig in Furcht und Schrecken. Eine Seuche kam nach der anderen. Unwissenheit und Dummheit waren die ständigen Begleiter. Die Kirche hatte ein leichtes Spiel. Einige Lügen und fantasievolle Geschichten erfinden, die Gefangenen solange foltern, misshandeln, schänden bis sie diese gestanden. Schon war es Faktum. Man versprach Geld, Frei- und Ablassbriefe auf Lebzeit wenn jemand eine Hexe oder ein Hexer nennen konnte. Der Hauptgrund aber war die christliche Religion einzuführen und alles zu zerstören was an die alten Bräuche und an den alten Glauben erinnerte. Freiwillig war dafür niemand bereit. Eindrucksvoll grausam hat in den Breitengraden, in denen ich wohne, Karl (der Große) unter der Heidnisch – Germanisch und Keltischen Stämmen gewütet.

Im Mittelalter wurden dann nochmals zwischen 9000 und 9'000'000 Menschen, Erwachsene und Kinder gefoltert und umgebracht unter der falschen Bezeichnung HEXE. Wofür diese Menschen hingerichtet und gefoltert wurden hatte mit Hexerei absolut nichts zu tun, sondern war eine Erfindung der Katholischen Kirche. Papst Johannes Paul hat sich im Jahre 2000 dafür entschuldigt. Immerhin etwas.
Hexen von heute haben nicht vergessen was damals geschah. Aber sie verstecken sich nicht sondern stehen aufrecht für ihr Glaube und ihre Taten. Hexen kämpfen für ihr Ansehen und ihre Rechte. Der Name Hexe wird voller Stolz getragen, in der Hoffnung, dass alle Menschen die richtige Definition lernen.

Einige Hexen arbeiten öffentlich, tragen ihre Roben und ihren Schmuck um Menschen aufmerksam zu machen, um sie aufzufordern zu fragen. Andere Hexen arbeiten lieber in der Stille, in üblicher Kleidung mit oder ohne Schmuck. Der Platz ist für beide da auf dieser Welt. Heute weiß jede Hexe, dass jede Frage oder jede abschätzende Bemerkung ein Grund ist, die Menschen über die Realität aufzuklären und die mittelalterliche Einstellung zu revidieren.
Denkt daran, dass sogar der kleinste Stein Wellen machen kann die das gewünschte Ufer erreichen….

Der Hexenglaube : die Alte Religion
Im Universum gibt es DREI grundlegende Gesetze:
Das Ewig Schaffende - Das Ewig Bewahrende - Das Ewige Zerstörende Dargestellt in einer harmonischen dreifaltigen Einheit. Wenn man es tiefer betrachtet, so kann ein einzelner Aspekt dieser der DREI für sich alleine nicht existieren. Das betrifft sowohl die großen als auch die kleinen Abläufe im gesamten Universum. Als einfaches Beispiel sein hier die Jahreszeiten genannt.
Die Göttin symbolisiert den abstrakten, geistigen Aspekt des Lebens. Sie verkörperte alles, was jemals gelebt hat oder mit dem Leben zu tun hatte, schlicht und einfach, die gesamte Schöpfung. Somit natürlich auch die Erde, die uns ja ernährt , sowie die Sonne, das Wasser und schließlich uns selbst.

In alteuropäischen Vorstellungen war die Göttin das Symbol für des Lebens, die Schöpfung - aus der alles Leben entspringt, die „Quelle des Lebens“, einerseits das noch unausgebildetem Potential, andererseits natürlich auch das gesamte, bereits ausgebildete Potential, das unendliche Universum, die Sonne, der Mond, die Erde. Man nannte sie die Lebensspenderin, das Leben an sich und den Tod. Kurz gesagt, die Göttin symbolisiert das Leben in seinen verschiedenen Evolutionsstadien und Erscheinungsformen. In ganz großen und in ganz kleine Zyklen. Darum ist sie alles, was war, alles was ist und alles was sein wird!

Wir Hexen stellten uns den ewigen Lebenszyklus stark weiblich orientiert vor, da es ja die Frau war und ist, die das Leben in sich trägt, gebiert, aber auch, aus einer anderen Dimension betrachtet, sogar das Leben nimmt, es wieder in ihren Bauch zurücknimmt, um es erneuert und gestärkt wieder gebären zu können.
Der ewige Kreislauf von GEBURT - LEBEN - TOD - WIEDERGEBURT.
So erklärt sich auch warum z.B. Seen oder Höhlen, in den Mythen und Sagen, als Eingänge in die Unterwelt bez. Anderswelt angesehen wurden.
Die Wissenschaft sucht immer noch nach einer materiachalen Religion, bemerkt jedoch nicht, dass diese Religion das „Leben selbst“ war. Unsere heutige Hexenbräuche und die damaligen Rieten unserer Vorfahren beschreiben das Leben, den Jahreskreis der Natur, die Gesellschaft, den Mond , die Sonne, das Universum und die Götter.

DIE WEISSE GÖTTIN
Die „weiße Göttin“ ist nicht zu verwechseln mit der, in vielen deutschen Sagen und Mythen beschriebenen "Weißen Frau". Diese Weiße Frau ist eine Reminiszenz an die Göttin an sich, unabhängig von irgendeiner ihrer Phasen. Menschen, die ihre Medialität wiederentwickeln, können diese Weiße Frau an den entsprechenden Orten wahrnehmen - und dann erkennen, dass diese etwas Umfassendes, Ausschließliches verkörpert. Die weiße Göttin, wie sie hier vereinfacht bezeichnet wird, erhält ihren Namen durch die ihr zugeordnete, symbolische Mondfarbe; Weiß ist die dem Sichelmond zugeordnete Farbe.
Die weiße Phase ist ein Aspekt der Göttin. Sie symbolisiert die heranwachsende und ungestüme Frau bzw. das junge Mädchen und geht in zeitlicher Abfolge der roten und schwarzen Phase voran. Entsprechend ist ihre Jahreszeit die des Frühjahres, des Erwachens und Werdens. Ein prägendes Merkmal ist ihre (symbolische) Jungfräulichkeit. Diese Jungfräulichkeit wurde von den nachfolgenden patriarchalen Gesellschaften umgeformt.

Natürlich müssen wir in diesem Kontext an Marias unbefleckte Empfängnis denken. Die Jungfräulichkeit der weißen Göttin hat allerdings nichts mit der, uns in Fleisch und Blut übergegangenen, Lustfeindlichkeit, sondern ist einfach Ausdruck des Beginns eines zyklisch wiederkehrenden Prozesses. Neben der Jungfräulichkeit finden wir bei der weißen Göttin als stärkstes Merkmal deren Wildheit, die sich in der Herrschaft über die Jagd und Kampf äußert. Sie ist ungestüm, fordernd, vorwärts drängend, treibend, ungeduldig und noch etwas "grün" hinter den Ohren. Also verstanden unsere Vorfahren unter „Jungfräulichkeit“ etwas völlig anderes, wie das Christentum.

Dem Charakter der jungen Göttin entsprechen die ihr zuzuordnenden Symbole: Da sind die Attribute der Jagd wie Pfeil und Bogen (oft noch heute assoziiert mit Diana und Artemis), sowie in diesem Zusammenhang jagdbare Tiere. Je nach Region werden der weißen Göttin unterschiedliche, als sehr kraftvoll und kämpferisch verstandene Tiere zugeordnet, so z.B. (Raub)Katzen. Ebenso regional bedingt ist die Unterscheidung der ihren Himmelswagen ziehenden Tiere. So treffen wir auf Hirsch oder Löwe.
Die Zuordnung der Vögel zu den einzelnen Phasen der Göttin gestaltet sich etwas komplizierter und ist auch in der entsprechenden Literatur oft einander widersprechend. Gemäß der Charakteristik der weißen Göttin stellen sich Adler, Gans, Kuckuck, Pfau und Schwan in Beziehung zu dieser.

Teilen wir mit der Autorin Heide Göttner-Abendroth die matriarchale Welt in der Reflexion der Menschen in drei Ebenen ein, so beherrscht hier die weiße Göttin die oberste Ebene, den Himmel. Verbunden hiermit ist zum einen die Herrschaft über die atmosphärischen Gewalten, aber auch die Kontrolle über die strahlend lichte, astrale Welt. Dort finden wir in der matriarchalen Vorstellung die göttlichen Gestirne, die Mondhäuser und aber auch in den einzelnen Sternen die Seelen aller verstorbenen oder noch inkarnierenden Menschen. Das Prinzip ihres Wirkens ist das der Hoffnung und Erwartung.

DIE ROTE GÖTTIN
Die rote Phase der Göttin steht für die reife, fruchtbare, erotische, sexuell aktive und fordernde Frau, für die Liebe in all ihren möglichen Interpretationsmöglichkeiten. Sie ist es, die den König erwählt, in der Periode der heiligen Hochzeit den Heros des folgenden Zyklus empfängt und die Fruchtbarkeit sichert. Ihr zu Ehren wurden orgiastische Riten vollzogen, die uns noch heute geheimnisumwittert aus den Geschichtsbüchern entgegen wabern.

Die rote Göttin steht für das nährende Prinzip und die Fruchtbarkeit und wird somit auch in entsprechendem Kontext dargestellt. Legendär ist die sie symbolisierende "heilige Kuh“, die Milchgeberin bzw. Amme. Aber auch die Hündin, Ziege, Biene und Schaf stehen in dieser Reihe. Das mythische Welt-Ei oder auch Goldene Ei ist der Garant für Glück und Fruchtbarkeit. In den Vorstellungen der matriarchalen Welt hatte die schaffende Kraft ursprünglich die Form eines Eies und wurde im Vollmond wieder erkannt. Entsprechend steht das Ei für ein Symbol der roten Göttin. Zauberringe und Zaubergürtel symbolisieren ebenso die Sexualität der Göttin wie Früchte, die mit der äußeren Gestalt der Vagina assoziiert werden (z.B. Mandel, Feige, Pflaume) oder wie der (Liebes) Apfel Sinnbild der tantrischen Vereinigung sind. Vereinzelt sind auch Göttinnendarstellungen aus der Zeit vor der Notwendigkeit der Schrift- Sprache durch Symbolik erhalten. So kennen wir Göttinnen mit einer überdimensional groß wiedergegebenen Vagina oder Abbildungen mit übergroßen und/oder überdurchschnittlich vielen, mitunter auch noch in Eiform gehaltenen Brüsten.

Die Zuordnung der Vögel zur roten Göttin zeigt uns zuvorderst die Taube als mächtigste Analogie, neben Rebhuhn, Möwe und Storch stehend. Der Schwan, den wir auch der weißen Göttin zugestellt finden, wird auch als Tier der Aphrodite und somit der roten Göttin überliefert. Die rote Göttin beherrscht, nach Heide Götter-Abendroth, die mittlere Ebene, alles Irdische, das Land und das Meer, das Leben der Menschheit. Sie sichert das Leben in der Realität und ist die manifestierende Qualität in der göttlichen Trinität der Einen, der Großen Göttin. Das Prinzip ihres Wirkens ist das der „Handlung und der Tat“.

DIE SCHWARZE GÖTTIN
Die schwarze Phase der Göttin steht für die weise, erfahrene, alte Frau, die Greisin. Sie ist die Herrscherin über die Unterwelt, sie spinnt und durchtrennt den Lebensfaden. Aber nicht um zu vernichten, sondern um den Zyklus von Gebären -Befruchten - Vergehen - Reinkarnation aufrecht zu erhalten. Wir finden durch sie ein tiefes Verständnis für kosmische Rhythmik der Wiederkehr. Die schwarze Göttin ist die Herrscherin über das Jenseits, die so genannte Unterwelt. Sie steht für Tod, vor allem aber für Wandlung und Wiedergeburt im karmischen Jahreslauf. Noch einmal sei erwähnt: Der Widergeburtsglaube ist im matriarchalen, sprich auch im Weltbild der Hexen, eine akzeptierte Tatsache, aber der Inhalt von Karma ist ein Ursprünglicher aber mit dem patriarchal forcierten Leidensbegriff unvereinbar. Karma heißt hier: Es gibt eine neue Chance, nutze sie! Mache es einfach anders und besser, entwickele Dich und lerne weiter!

Die Symbole der schwarzen Göttin sind uns sehr vertraut: Neben der Farbe Schwarz finden wir weitere Verweise auf überlieferte Darstellungen im Bild der „Hexe“, nämlich den Spinnrocken (vgl.engl. rocket" = Rakete), später als Besen missverstanden und sprichwörtlich geworden. Dazu stellen sich weitere Attribute mit Herkunft aus der Textilherstellung, zuvorderst die Spindel, das Spinnrad, der (Schicksals-/Ariadne-Nornen-)Faden, das Spinnen und Weben an sich. Die Spinne, zumeist die Kreuzspinne, steht ebenso für die schwarze Göttin wie viele Tiere, die der Unterwelt zugeordnet werden (Schlange, Lindwurm, Drache, Greif), nachtaktiv (Eule, Fledermaus) oder schwarz bzw. weiß (Pferd, Hund) sind. Weitere Verweise auf die Schicksalhaftigkeit der schwarzen Göttin sehen wir im Todesapfel (das Apfelparadies bzw. Appeland, Avalon) und der Waage als Zeichen der Gerechtigkeit.

Die Zuordnung der Vögel zur schwarzen Göttin zeigt neben der o.g. Eule weiter die Krähe, den Kolkraben, die Elster, den Falken, den Ibis, den Zaunkönig und den Geier. Die schwarze Göttin beherrscht das Schicksal, und somit auch die Magie und das Orakel. Als die Alte, Wissende steht sie zudem für das Künstlerische und „Wissen Schaffende“. Beide Begriffe sind jedoch nicht mit unserer heutigen Auffassung hinlänglich beschrieben. Viel stärker ist hier die Akzeptanz von Intuition, Medialität und Erfahrung einzubeziehen.

Das Prinzip des Wirkens der schwarzen Göttin ist das der Prüfung und Transformation. Man sollte es aber so verstehen, dass die WEIßE, ROTE in der SCHWARZEN GÖTTIN wurzelt, genau so wie die REIFE in der Jugend wurzelt und das ALTER in der REIFE.

Im Einklang mit der Natur
Unsere Europäische Mythologie, in der Naturwesen, Götter und Menschen eng miteinander verbunden waren, wirkte unter Leitung der jeweiligen Priester, Schamanen, Seherinnen bis in den Alltag des gesellschaftlichen und religiösen Lebens hinein und manifestierte sich unter anderem in einem Jahreskreis von sonnen- und Mond bezogenen Festen. Über verschiedene Symbole verbanden sich Grundannahmen des religiösen, natürlichen und gesellschaftlichen Weltbildes mit dem rituellen und alltäglichen Leben der Menschen.

Die "Hexen Religion" findet ihre Basis in der Verbundenheit mit der Natur, als Teil des gesamten Natursystems. Es ist ein einfaches System das auf dem Gedanke aufbaut, dass es ein Verhalten „mit der Natur“ und ein Verhalten „gegen die Natur“ gibt. Dies verwundert nicht unter Berücksichtigung dessen, dass unsere Vorfahren von der Natur und deren Verlauf über das Jahr hin abhängig waren. Saat, Ernte und Winter bestimmten ihr Leben und ihr Überleben.
Die zentrale Rolle im Glaubensbild spielten Tod und Wiedergeburt. So baut beispielsweise, die keltische Religion auf dem Gedanke auf, das wir ständig zwischen dieser und der Anderswelt geboren werden. Stirbt man in dieser Welt, bedeutet dies, dass man in der Anderswelt wieder geboren wird. Hexen pflegen den Kontakt zur Anderswelt, sie sind im hier und jetzt tätig aber auch in den Ebenen der Anderswelt.

Matriarchate Religion Religionen, so wie wir sie heute kennen, sind fast immer verbunden mit den männlichen Herrschaftsmustern.. Sie sind also ursprünglich spirituelle Bewegungen, die sich institutionalisiert haben und dadurch leider hierarchisch, zentralistisch geworden sind, vor allem Priesterkasten ausgebildet haben, welche allein die "eine wahre Lehre, den einen wahren Gott " besitzen und lehren.

Matriarchale Spiritualität, so wie zum Beispiel die " Ur-Religion der Großen Göttin" und so gesehen die gesamte Europäische Ur-Gesellschaft, kannte keine Institutionalisierung in diesem Sinne. Göttinnen Spiritualität wird in den alltäglichen Begegnungen mit den Wesen und Dingen, die alle die göttliche Kraft repräsentiert gelebt- und in großen Kultfesten, Jahresfesten, an denen das gesamte Volk beteiligt war. Alle waren sich dessen bewusst, worum es geht; niemand musste die Menschen das lehren. Wohl sind die spirituellen Volkstraditionen durchaus lokal verschieden, bezogen zum Beispiel auf ihre jeweilige natürliche Umgebung, auf Gebirge, Gewässer, Flora, Fauna, auf das Wetter , das Klima der jeweiligen Gegend. So wie auch die Namen der jeweiligen Göttinnen unterschiedlich sein konnten.

Das bedeutet eben, dass matriarchale Spiritualität gar keinen „Glauben“ beinhaltet. In den heutigen Großreligionen müssen Menschen immer „etwas“ oder besser „an etwas“ glauben. Aber formulieren wir dies doch einmal etwas provokant: Man muss nur dann etwas glauben, wenn man es nicht selbst sehen, prüfen, anfassen, wahrnehmen kann - nur dann wird Glauben verlangt. Und das Opfer des gesunden Menschenverstandes gleich noch mit dazu, weil in der Regel das, was es zu glauben gilt, eigentlich äußerst unglaubwürdig scheint. Ein transzendenter, omnipotenter, unfassbarer, gar nicht be-reifbarer Gott - an den kann man höchstens glauben. Verstehen kann man nichts davon.

In der Göttinnen Religion gibt es keine derartige Muttergöttin irgendwo am Himmel oder jenseits davon, oder weit über uns, sondern die gesamte Natur, der Kosmos und unsere Erde, ist die göttliche Kraft, die weiblich vorgestellt wird, weil sie ja Leben hervorbringt, quasi gebiert. Einschließlich ihrer vielen, konkreten Wesen, die männlich oder weiblich sind und alle zusammen die einzelnen Teil dieser göttlichen Kraft.

Das Göttliche lässt sie allen konkreten Wesen und Wesenheiten - Frauen, Männern, aber auch Winden, Steinen, Gewässern, Tieren, Pflanzen, Planeten und Sternen – erscheinen. Also ist die Göttin des Matriarchats zum Anfassen, zum Spüren und Begreifen. Man kann auf ihr herumlaufen. Wir gewinnen Nahrung von ihr. Wir haben selbst Teil an ihr. Jede menschliche Gestalt ist ein Teil von ihr; eine Göttin zum Erleben. Mit der Gesamtheit des Universums, der irdischen und kosmischen Erscheinung, im Einklang zu stehen, mit der Natur in Kommunikation zu treten, genauso wie auch die Menschen untereinander friedlich kommunizieren sollten, immer und immer wieder dieses „Ganze“ der kosmischen Ereignisse in sich zu tragen - das wäre die harmonische, ideale Haltung.

Sie setzt keinerlei Glauben voraus, benötigt keine Dogmen, keine starren Lehren, keine Priesterklassen - weil es ja im Grunde jede Person für sich selbst erleben kann und sollte. Matriarchale Spiritualität ist höchst widerspenstig gegen Ideologien, weil sie bei den konkreten zwischenmenschlichen Dingen und Naturgegebenheiten verharrt. Sie erfindet nicht irgendwelche absurde Theorien, welche die Menschen einfach nur beeinflussen sollen, sondern bleibt bei den lebensfreundlichen, lebensnahen Kräften und Beziehungen. Sie bildet nur in anthropomorphen Darstellungen eine Gesellschaft ab, die im Ausgleich - zwischenmenschlich und mit der Natur - steht. So kann man anhand der Göttinnen Spiritualität und ihrer bildlichen äußerungen sehr viel Wahrhaftiges über diese Gesellschaften erfahren. Während die meisten patriarchalen Ideologien ja leider immer wieder etwas anderes behaupten, als sich in ihrer leidvollen Herrschaftsrealität tatsächlich ereignet.