Die Wurzeln der Hexen


Der altnordische Name ist "Hagazussa" oder "Tunritha" , was beides so viel wie "die Zaunreiterin" bedeutet. Das heißt, dass die Hexe auf dem Zaun zwischen der Zivilisation und der Wildnis sitzt oder auch "zwischen den Welten reitet". Sie war die Schamanin des frühen Europas. Der Namensursprung des Englischen Wortes "Witch" führt uns zu "Wicce" oder "Wicca" , was so etwas wie Seherin bedeuten mag. Die Hexe ist also eine Frau die auf dem Zaun zwischen der Realen, greifbaren Welt und der Anderswelt sitzt bzw. balanciert. Hexen sind der dreifachen Göttin,( Jungfrau, Mutter, Alte) vor allem in ihrer Erscheinung als Alte Weise Frau, sehr verbunden.

Sie verfügen häufig über die gleichen Eigenschaften:
Alter, Dunkelheit , Mysterium und eine Verbindung zum Tod. Allerdings wird dies von den Frauen als ein ewiges Lebensrad gesehen in dem alles Wiederkehrt. Hexen verehren eine Göttin und einen Gott . Die Göttin , die Verkörperung des Mondes (der Mondin) kontrolliert Geburt, Leben , Tod und Erneuerung. Der männliche Sonnengott ergänzt sie in ihren Aufgaben, er spendet die Nahrung und ist für das „Wachsen" zuständig. Hexen, die Kinder ermorden und essen, Tiere opfern oder Teufel anbeten und mit ihm tanzen, sind volkstümliche Folklore und Aberglaube!
Es gibt ein großes Netzwerk moderner Heiden, von denen die meisten Aspekte der Göttin abbeten, die bis zu den alten Traditionen aus Indien; Nordamerika oder Griechenlands zurück verfolgt werden können. Die meisten dieser Hexen und Heiden sind keine Aussteiger, sondern Angehörige der Mittelschicht.

Es gibt mittlerweile auch Organisationen in denen Hexen und andere Heiden sich zusammenfinden wie die Pagan Federation mit Sitz in England oder auch den Deutschen Rabenclan. Übereinstimmend mit dem Glaubensatz der Göttin kennen die heidnischen Gruppen keine Schranken der Rasse, Erziehung oder Konfessionen. Die Gemeinde der Göttin bezeichnet sehr oft ihren Glauben als den "alten Glauben" oder die "Alte Religion.

Die weisen Frauen
Im Gegensatz zu orientalischen Religionen, die den Frauen aufgrund ihres Geschlechts die „Kultfähigkeit“, sprich Priesterschaft absprachen und heute noch absprechen, war bei unseren Vorfahren der Zugang zur Priesterschaft kein männliches Monopol. Von der Dorfhexe, Seherin bis zum höchsten „Amt” des Druiden, Schamanen oder der Heilerin gab es weder ein Vorrecht des Geschlechts noch der Geburt. Einziges Kriterium für eine Rolle der „Bewahrerinnen des Heiligen Wissens“, war die entsprechende reglementierte Ausbildung, die unterschiedslos allen jungen Frauen bzw. Keltinnen / Germaninnen offen stand. Es wäre auch absurd und für unsere Vorfahren völlig unverständlich gewesen, in ihrer sehr weiblich ausgerichteten Religion gerade die Frauen vom so genannten „Priesteramt“ auszuschließen! In meinen Breitengraden wird von einer Seherin Veleda berichtet, die vom Stamme der Bukkeder kam, sie wurde von den Römern bis ins tiefste Sauerland hinein verfolgt, da sie großen Einfluss auf ihre Leute besaß.

Es ist sicher kein Zufall, dass am Dürrnberg über Hallein gerade in einem keltischen Frauengrab ein Kultstab gefunden wurde, der vermutlich die Funktion eines Berufsabzeichens erfüllte, konkret wohl der Hinweis auf einer dieser vielen Keltischen Seherinnen. Der höchste Stand, jener der weisen Frauen scheint den Gleichheitsgedanken besonders ernst genommen zu haben und bewies z.B. im Gegensatz zum katholischen Klerus, bis ins Grab den Verzicht auf besondere Rangabzeichen. Daher ist es bis heute oft nicht wirklich möglich, die Gräber ehemaliger Priesterinnen, Druden oder Schamaninnen, als solche zu identifizieren.

In mehreren griechischen und römischen Schriften werden Druden bzw. Druidinnen, erwähnt, und auch keltische Quellen sprechen von der Existenz weiblicher Seherinnen und Priesterinnen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Frauen in der keltischen und auch in der germanischen Gesellschaft im Vergleich zu anderen europäischen Kulturen eine faszinierende Rolle innehatten, denn sie verfügten über wesentlich mehr Rechte und eine weitaus angesehener Position als Frauen im alten Griechenland oder in Rom.

Tacitus bemerkt in seiner Anales mit starker Verwunderung, dass die Kelten sich nicht davor scheuten, Frauen als Führungsfiguren anzuerkennen, und wiederholt diesen Umstand in seinem Werk Agricola. So schreibt er: „Sie (die Britannier) machen nämlich in der herrschenden Stellung zwischen den Geschlechtern keinen Unterschied“. Außerdem beratschlagten sich die Germanen mit ihren „Weibern“ vor jeder wichtigen Entscheidung und gehorchten ihren Seherinnen und dessen weisen Vorausahnungen.

Die Existenz von so vielen Priesterinnen und Seherinnen im keltischen, sowie im germanischen Raum wird aber auch an der Tatsache sichtbar, dass zahlreiche Gottheiten anfangs weiblich waren und dass ihnen Frauen eben dienten, die sämtliches Wissen des Stammes besaßen. Später, vor allem als der Einfluss aus Rom stieg, übernahmen Männer diese Funktionen, und daraus entwickelten sich die großen Priesterschaften. Doch in konservativen Traditionen blieben einige, weibliche Kulte und Priesterinnen erhalten, so dass manchen Göttinnen auch noch in späterer Zeit Frauen dienten - etwa der Artemis bei den Galatern oder den Göttinnen in Gallien und Norikum.
Die Frauen spielten bei den Druiden, wie Stammesschamanen und als Heilerinnen eine große Rolle und hatten im Vergleich zu anderen, vor allem südlicheren, europäischen Völkern sogar eine sehr hohe Position inne. Allerdings fanden im laufe der Zeit Veränderungen in eine immer mehr patriachal werdende Gesellschaft statt, denn spätestens durch den Aufstieg des römischen Christentums wurde das positive Ansehen der Frau und deren aktive Rolle in der Gesellschaft restlos zunichte gemacht .Allerdings kam den Frauen in den Anfängen der „Kirche“ nach wie vor eine wichtige Rolle zu.
Der Beweis dafür ist die, im Vergleich zu anderen Kulturkreisen, große Anzahl weiblicher Heiliger besonders im keltischen Raum, dem heutigen Baden Würtenberg und Bayern, sowie Österreichs und der Schweiz.