Der Gott und die Göttin

Ursprünge: Die drei Gesichter der großen Göttin
Im gesamten keltischen Wirkungsbereich taucht zuerst eine in Einheit verehrte, später in der Dreiheit einer Erdmutter auf. Sie verkörperte in ihren drei Erscheinungen die magische Vervielfältigung des mütterlichen Prinzips und deren Kräfte und stand gleichsam für die Vollkommenheit. Zur Gestalt der drei Erscheinungsformen ist folgendes wichtig: die Gottheiten symbolisieren gleichsam die drei Lebensalter und Archetypen der Frau:
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Das junge Mädchen
# Die reife Frau
# Die weise Alte
So gibt es auch für den Uterus drei Phasen:
den Aufbau der Schleimhaut (weiß), die Fülle des Blutes (rot) und den Blutfluss der Menstruation (schwarz). Ebenso wie es im Leben einer Frau drei Phasen gibt:
Mädchen (Menarche), Frau (menstruierend) und Alte (Menopause).
Unter diesen drei Archetypen findet das Prinzip der Erdmutter ihren vollkommensten Ausdruck. Im alten Gallien bestand unter keltischer Herrschaft ein Matriarchat, von dem das Leben unserer Vorfahren in allen Bereichen durchdrungen war und dem eine gewaltlosere und sanftere Philosophie zu Grunde lag, als es in der römischen Religion oder der griechischen der Fall war.
Die Autorin Göttner- Abendroth schreibt in ihrem analytischen Werk über das Weltbild des Matriarchats:
"Schauen wir uns die 'Göttinstruktur' an, so sehen wir das Dreistockwerk- Weltbild der antiken Völker: der Himmel ist die oberste, lichte Region, Wohnung der göttlichen Gestirne; Land und Meer sind die mittlere Region, die Welt der Menschen; die Unterwelt ist die Region unter der Erde oder unter dem Meer oder anderen Gewässern, aus der die geheimnisvollen Kräfte des Todes und der Wiederkehr kommen.
Dieser dreigegliederte Kosmos wird vollständig von weiblichen Kräften durchdrungen gesehen: Oben wohnt die helle, jugendliche, atmosphärische Göttin, verkörpert im astralen, jagenden Mädchen. In der Mitte, Land und Meer beherrschend, wohnt die Frauengöttin, die mit ihrer erotischen Kraft Erde und Gewässer, Tiere und Menschen fruchtbar macht und damit das Leben erhält. In der Unterwelt wohnt die Alte Göttin, die Todesgöttin als alte Frau, welche alles Leben im Abgrund vernichtet und zugleich aus der Tiefe wiederauferstehen lässt, sie ist die mysteriöse Gottheit ewigen Unterganges und ewiger Wiederkehr; sie bestimmt die astronomischen Zyklen und damit auch die Zyklen der Vegetation und des menschlichen Lebens; damit ist sie die Herrin der kosmischen Ordnung und die ewige Weisheit in Person. Alle drei Gestalten zusammen bilden nur eine einzige Gottheit, sie sind also nie völlig voneinander zu trennen. Es ist die matriarchale große Göttin die erste Dreifaltigkeit.“
In Erde, Sonne und Mond wurde diese allumfassende Gottheit im ursprünglichen Sinne verehrt und gesehen. Der Mond als Aspekt des jungen Mädchens (er ist in sich wieder zyklisch dreigeteilt: Werden- Sein- Vergehen) steht in engem Kontakt mit dem weiblichen Element Wasser. Die immer leben schenkende und wärmende Sonne versinnbildlicht die göttliche gebärende Mutter und heilige Frau. Um diese ewige Dreiheit zu vervollständigen ist der Erde die Lebens verschlingende und wiedererweckende weise Alte gleichzusetzen. Auch drei Farben spiegeln diese drei Qualitäten des weiblichen Seins wider, es ist dies in der Reihenfolge Weiß- Rot- Schwarz. Weiß für die starke und tapfere Mädchengöttin, Rot für die reife, Lebens spendende Frauengöttin und Schwarz ( manchmal dunkel Blau) für die erfahrene und weise Unterweltgöttin.
Sie sind ein Beispiel mehr für die vielfältigen Emanationen des göttlichen Aspekts in der materiellen Welt. Diese mystische Farbenkombination findet sich in zahlreichen Sagen, Märchen und Bräuchen unseres Raumes, ( Beispiel : Schneewittchen, Schneeweischen und Rosenrot; Frau Holle, die wilden Schwäne..) Orts- und Flurnamen sowie immer wieder auf Reliefs und Figuren in katholischen Kirchen, das auf eine keltische Erdmutter hinweist, die jedoch christlich interpretiert wurden.
Die Verehrung der Erdmutter
Unsere Vorfahren legten großen Wert auf die Verehrung der Erdmutter, die ja den zentralen Kern ihrer ursprünglich matriarchalische Religion bildete. Es hat wohl zahlreiche spirituelle Kultplätze gegeben , an denen sie gefeiert und angerufen wurde. Als solche Verehrungspunkte wurden häufig Quellen, Haine, Berge, Felsen oder Teiche herangezogen, da sie als Zentren weiblicher Kraft angesehen wurden und heilig waren.
Es müsste praktisch bei jeder alten Siedlung eine solche Kultstätte vorhanden gewesen sein, ähnlich wie heute in jedem Dorf eine Kirche steht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit übernahm die christliche Religion viele dieser „magischen Kraftorte“ und ließ diese innewohnende mütterliche Qualität weiterleben, indem sie diese Zentren zu Kapellen, Kirchen oder heiligen Grotten umfunktionierte. Ich möchte sogar behaupten, dass jede alte Urkirche auf einem Steinkreis, Megalith oder ähnlicher kultischer Anlage steht.
Die Präsenz der Erdmutter umfasste alle Lebensbereiche, vom Ackerbau bis ins Lehrwesen, vom religiösen bis zum philosophischen Denken und Handeln. Über den gesamten Keltisch beeinflussten geographischen Raum finden sich zahlreiche Hinweise auf die Verehrung von einer Muttergottheit, vielerorts haben sie spezifische Namen herausgebildet, die sich entweder von Naturqualitäten ableiteten oder einen magischen Platz verkörperten. Grundsätzlich war es jedoch ein und dieselbe Kraft, die sich unter all diesen Namen und Aspekten herauskristallisieren konnte, der überregionale, weltliche Charakter hatte.
Die Göttin der heutigen Hexen
Trotz ihrer vielen Attribute, Namen und Kräfte hatten alle weiblichen Gottheiten einen gemeinsamen Ursprung, die höchste Realität, die als Göttin beschrieben werden kann, in welcher Form und wo auch immer sie in Erscheinung tritt. Sie offenbart sich in vielen Gestalten, von denen einige dem scheinbar unveränderlichen Bild der Weiblichkeit nicht entsprechen. Sie ist autonom, von betonter Sexualität und stark. Aus all diesem fügt sich das Bild einer absoluten Gottheit, die der menschliche Verstand nur ungenügend zu definieren vermag. Ihre wesentlichen Eigenschaft ist das Allumfassende: Sie vereint alle Gegensätze in sich:
Männliches und Weibliches ,Schöpfung und Zerstörung. Sie erkennt, das Leben und Tod gleichgewichtig sein müssen, um die Ordnung des Universums aufrecht zu erhalten.
Die Göttin verkörpert den vollendeten Kreis von (Wieder-) Geburt, Leben und Tod. Sie steht in einer sehr engen Beziehung zum Mond, welcher ihr Symbol ist. Die Mondin offenbart sich uns in drei Hauptaspekten, welche die drei Analogien des Lebenskreises und des Wandels des Mondes darstellen. So steht der zunehmende Mond für die Jungfrau, die Geburt, der Vollmond für die Mutter, das Leben und die Greisin für den abnehmenden Mond, den Tod. Dies bezeichnen wir Hexen als die Dreifaltigkeit der großen Göttin. Die dreifaltige Göttin ist somit eine Triadengottheit. Auch die Ur Farben Weiss, Rot, Schwarz sind die Göttinnen Farben geblieben, noch heute arbeiten wir Hexen mit ihnen.
Die Göttin
und sie sprach....
Ich bin die Erste und die Letzte.
Ich bin die Verehrte und die Verachtete.
Ich bin die Hure und die Heilige.
Ich bin die Ehefrau und die Jungfrau.
Ich bin die Mutter und die Tochter.
Ich bin die Unfruchtbare und die Mutter vieler Söhne.
Ich bin die, deren Hochzeit groß,
und doch habe ich keinen Mann genommen.
Ich bin die Hebamme und die Nicht - Gebärende.
Ich bin der Trost meiner Wehen.
Ich bin die Braut und der Bräutigam,
jene, die mein Gemahl zeugte.
Ich bin die Mutter,
meines Vaters und die Schwester meines Mannes,
welcher mein Nachkomme ist.
Ehret mich,
Ich bin die Verurteilung und der Freispruch.
Hört nun die Worte der Sternengöttin,
im Staub zu deren Füßen die Weite des Himmels
wie Staub liegt und deren Leib das Universum umfasst.
Ich, die ich die Schönheit der grünen Erde bin
und die weiße Mondin unter den Sternen,
das Mysterium der Gewässer
und die Sehnsucht im Herzen der Menschen,
Ich rufe eure Seelen, sich zu erheben und zu mir zu kommen,
denn ich bin die Seele der Natur, die dem Universum Leben schenkt.
Aus mir gehen alle Dinge hervor und zu mir müssen alle dinge zurückkehren.
Und vor meinem Angesicht, geliebt von den Göttern und Menschen, soll sich euer innerstes
göttliches Selbst in der Verzückung der Unendlichkeit entfalten.
Verehrt mich mit frohlockendem Herzen, denn siehe,
alle Akte der Liebe und der Freude sind meine Rituale.
Lasst in euch sein
Schönheit und Stärke,
Kraft und Mitgefühl,
Ehre und Demut,
Heiterkeit und Ehrfurcht.
Und ihr, die ihr mich erkennen wollt, wisset,
dass all euer Suchen und Sehnen vergeblich sein wird
wenn ihr das Mysterium nicht kennt:
Wenn ihr das, was ihr sucht, nicht in eurem Inneren findet,
werdet ihr es im Außen niemals finden.
Von Doreen Valiente
Gebet an die Göttin
All liebende Göttin,
Königin der Götter,
Licht der Nacht,
Schöpferin des Wilden und Freien,
Mutter von Frau und Mann,
Geliebte des Gehörnten Gottes,
Beschützerin aller Wesen der Erde.
Göttin des Mondes,
Herrscherin aller Magie.
Du bist das Kind, die Mutter und die Weise Alte in uns.
Du bist das Rad der Welt und wir sind Deine Kinder.
Du gibst der müden Seele Erneuerung und Erlösung
Der Tod ist Dein Reich und die Geburt.
Dein immerwährendes Geschenk
an uns.
Sei gesegnet und mit Dir Deine Kinder!
Die Offenbarung der Dreifaltigen Göttin
Ich bin die Blüte am Zweig des Baumes
Ich bin die Mondsichel, die den Himmel krönt.
Ich bin der Sonnenstrahl, der auf der Welle glitzert,
der Windhauch, der über das frische Gras weht.
Kein Mann hat mich je besessen,
und doch bin ich Ziel allen Verlangens.
Bin Jägerin und Heilige Weisheit,
Geist der Inspiration und die Herrin der Blumen.
Schaue in Wasser und erkenne in dir,
du siehst dort mein Spiegelbild, denn du gehörst zu Mir...
Ich bin die anschwellende Frucht an den Ästen.
Ich bin der Vollmond, der den Himmel beherrscht.
Ich bin die Sonne in all ihrer Pracht,
der warme Wind, der das Korn reifen lässt.
Ich gebe mich in meiner Zeit des Jahres
Und schaffe Überfluss.
Ich bin Gemahlin und Mutter, ich gebäre und verschlinge.
Ich liebe und werde geliebt, und eines Tages wirst du mir gehören.
Ich bin der abnehmende Mond, dessen Sichel die Sterne erntet.
Ich bin die untergehende Sonne
Und der kalte Wind, der die Dunkelheit verkündet.
Ich bin reif an Jahren und an Weisheit;
Ich sehe alle Geheimnisse hinter dem Schleier.
Ich bin die Alte und Erntekönigin, die Hexe und die Weise,
und eines Tages wirst du Mir gehören....
(Von Marion Zimmer Bradley. Gesehen in: "Die Priesterin von Avalon" Wolfgang Krüger Verlag 2001, 1. Auflage gebunden S. 58 -61, Übersetzung von Marion Balkenhol)
Der Gott oder der wilde Mann des Waldes in der heutigen Sicht
Der Gott der Hexen ist ein zärtlicher Gott der Liebe und der Sexualität, zugleich symbolisiert er jedoch auch die Macht des Verstandes und die ungebändigte sowie wilde Kraft des Jägers. Er stellt den gleichwertigen Gegenpol zur Göttin dar und ist ihr Gefährte. Zu dem ist er die Verkörperung des männlichen Prinzips, welches jedoch nicht mit den Werten unserer Gesellschaft vergleichbar ist.
Wir Naturreligiösen Menschen bezeichnen ihn auch als den „Gehörnten“. Diese Aussage bezieht sich auf seine Hörner, welche ein Ausdruck seiner Verbindung zur Natur und zum allumfassenden Sein sind. Meist ist es ein Hirschgeweih. Die Hörner des Gottes der Hexen stehen für die zu- und abnehmenden Halbmonde der göttlichen Mondin und sind ein Symbol animalische Vitalität.
Ich möchte an dieser Stelle hervorheben, dass es sich beim gehörnten Gott nicht um den Teufel der Christen handelt. Der Gehörnte repräsentiert, so wie die Göttin den Mond darstellt, die wärmende sowie Licht spendende Sonne. Zu dem wird ihm die Zeit des Schwarzmondes zugeordnet, in welcher die Kraft der Sonne jene des Mondes überschattet, da die Macht des Mondes zu dieser Zeit im Reich des Todes wandelt, um sich auf ihre Wiedergeburt vorzubereiten.
Der Gott der Hexen ist der Reisende, welcher auf den Pfaden des Jahresrades, welches die Göttin darstellt, wandelt. Er ist die Macht aus allem, was geboren und anschließend zerstört wird, damit neues entstehen kann. Er ist der sterbende, hingebende Gott, der sein Leben opfert, damit sein Tod der allumfassenden Lebenskraft dienen kann. Er ist der Jäger, der tötet aber auch getötet wird. Seine ungezähmte Kraft, steht immer im Dienste des Lebens. Als Jäger steht der Gehörnte zu dem für die Suche, die Suche nach allem was ist, unabhängig davon, ob sie körperlich, geistig, spirituell, künstlerisch, wissenschaftlich oder gesellschaftlich bedingt ist.
Der gehörnte Gott ist frei von männlichen Verhaltensdogmen des Patriarchats, welche von dem Erlangen von Macht und Ruhm sowie dem Einnehmen der Vaterrolle geprägt sind. Der Gott wurde von der jungfräulichen Mutter gezeugt, welche durch ihn selbst in seinem vorherigen Seinszyklus befruchtet wurde. So ist er zugleich Kind und Vater in einem Wesen, vereint diese Kräfte und ist daher frei von den diktierten gesellschaftlichen Normen.
Der Gott der Hexen ist die heilige, tiefgründige Kraft sowie die unbändige, jedoch nicht gewalttätige, Form der Sexualität. Dies geschieht jedoch immer im einvernehmen beider Polaritäten, denn der Akt sowie der Körper ist heilig. Das Ziel ist nie die Beherrschung des anderen, sondern immer die gemeinsame Verschmelzung. Die Sehnsucht und Begierde des Gottes besteht darin sich mit der ursprünglichen nährenden Kraft der Muttergöttin zu vereinen, nicht sich diese Macht Untertan zu machen.
Obwohl der Gehörnte die unbändige sowie animalische Kraft der Sexualität repräsentiert, steht er ebenfalls für die Macht des Verstandes und des Geistes. Diese gegensätzlichen Kräfte werden im Hexentum nicht als Widerspruch wahrgenommen. Der wärmende Gott ist in der Lage sein körperliches Verlangen nach Vereinigung in intellektuelle Neu- sowie Wissbegier umzuwandeln. Das Streben nach Erkenntnis und Wissen stellt im Grunde ebenfalls eine Vereinigung mit dem Ganzen dar, welche jedoch auf eine andere Art und Weise zelebriert wird.
Der Gott der Hexen ist frei, ungezügelt und wild. Zu gleich ist er jedoch sanft, zärtlich, einfühlsam und wissensbegierig. Er ist die Vereinigung von patriarchalischen Gegensätzen, welche jedoch keine sein müssen.
Und ER Sprach:
Ich bin das Feuer in deinem Herzen,
das Sehnen deiner Seele.
Ich bin der Jäger der Weisheit
Ich – der in der Dunkelheit des Lichts steht
bin der, den du Tod nennst.
Ich – Begleiter und Gemahl von Ihr, die wir anbeten,
rufe zu dir hervor.
Beherzigt meinen Ruf, geliebte,
kommt zu mir und lernet die Geheimnisse von Tod und Friede.
Ich bin das Korn zur Ernte
und die Früchte auf den Bäumen:
Ich bin der, der euch nach Hause führt,
Peitsche und Flamme,
Klinge und Blut -
Dies sind meine Geschenke für dich;
Ruf mich im wilden Wald hervor
und auf kahlen Hügelspitzen
und such mich in der leuchtenden Dunkelheit.
Ich – der ich verschiedene Namen trag;
Pan, Herne, Wodan und Cennusos sprechen zu dir in deiner Suche.
Komm tanze und singe,
Komm Lebe und Lache,
denn wisse:
dies ist meine Verehrung.
Ihr seid meine Kinder und ich bin dein Vater.
Auf schnellen Schwingen der Nacht
bin ich es der an eurer Mutter Füßen liegt.
um wiedergeboren zu werden und wieder zurückzukehren.
Und du, der du mich suchst,
wisse, dass ich der ungebändigte Wind bin,
die Wut des Sturmes und die Leidenschaft in deiner Seele.
Suche mich mit Stolz und Demut,
doch suche mich am besten mit Liebe und Kraft.
Denn dies ist mein Weg,
und ich liebe die schwachen und ängstlichen nicht.
Höre meinen Ruf in langen Winternächten
und wir stehen zusammen um
ihre Erde bewachend, während sie schläft.
Offenbarung des gehörnten Gottes
Höret die Worte des gehörnten Gottes,
die Musik dessen, der mit seinem Lachen den Wind rührt,
er dessen Stimme die Jahreszeiten ruft:
Ich bin der Herr der Jagd, die Kraft des Lichts
die leuchtende Sonne zwischen den Wolken,
das Geheimnis der Flamme.
Ich rufe eure Körper sich zu erheben und zu mir zu kommen,
denn ich bin das Fleisch der Erde und all ihrer Wesen.
Durch mich müssen alle Dinge sterben und
mit mir werden sie wiedergeboren.
Lass meine Verehrung im singenden und tanzenden Körper sein,
denn sieh, alle Handlungen der Feiern sind meine Rituale.
So seien Mut und Zweifel,
Freude und Trauer,
Liebe und Wut,
Leidenschaft und Friede mit dir.
Denn auch sie sind Teil des Geheimnisses im Innern.
In mir sind die Endungen aller Anfänge,
und die Anfänge aller Endungen.
Von Doreen Valiente
Gebet des Gottes:
Feuriger Gott,
König der Götter,
Herrscher des Lichtes,
Bewahrer der Freien und Wilden Tiere.
Vater von Frau und Mann,
Geliebter der Mondgöttin.
Du gibst Deine Kraft der Erde, damit Frucht und Korn alle nähren kann.
Du bist Wächter der Wälder und Wilden Gefilde.
Die Vögel der Lüfte singen Deine Lieder.
Durch Deine Liebe dreht sich das Rad von Tod und Wiedergeburt
denn durch Deinen immer wieder kehrenden Tod,
entsteht wieder neues Leben.
Du bist in uns, denn wir sind Deine Kinder.
Sei gesegnet!